
Deutsches Schiffahrtsmuseum
Seit September 1975, als das Deutsche Schiffahrtsmuseum (DSM) in Bremerhaven seine Pforten erstmals für die Besucher öffnete, war in der Marineabteilung ein Rettungsring mit der Aufschrift "Rubens" ausgestellt, aber die bei den einzelnen Objekten üblicherweise vorhandene erläuternde Beschriftung fehlte: Niemand wußte etwas über die Herkunft. Erst kürzlich, 25 Jahre später, stieß DSM-Historiker Dr. Lars Ulrich Scholl auf eine Quelle, mit deren Hilfe er das Rätsel lösen konnte: Die "Rubens", ein deutsches Etappenschiff, wurde am 14. April 1915 vom britischen Kreuzer "Hyacinth" in der Mansa-Bucht, die zum heutigen Staat Tansania gehört und nördlich der Stadt Tanga gelegen ist, durch Geschützfeuer versenkt. Dabei geriet offenbar der Rettungsring ins Wasser.
Etappenschiffe nannte man solche Handelsschiffe, die Etappenstationen im Ausland bezogen und unter der Leitung eines Marineoffiziers, im übrigen aber mit einer zivilen Besatzung zur Versorgung der in Übersee operierenden deutschen Marineeinheiten eingesetzt waren. Die Etappenstationen hatte die Kaiserliche Marine noch in Friedensszeiten, mithin lange vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges, eingerichtet.
Der Dampfer "Rubens" war der Etappe Ostafrika zugeordnet. Das 1906 in West Hartlepool für die Reederei Bolton Steam Shipping Co. Ltd. in London gebaute Schiff (3.587 BRT) lag bei Kriegsausbruch 1914 im Hamburger Hafen und wurde von den Deutschen sogleich beschlagnahmt. Im Februar 1915 lief es mit dem Auftrag aus, Waffen und weiteren Nachschub nach der Kolonie Deutsch-Ostafrika zu bringen. Es wurde eine Fahrt in den Untergang.
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