
Deutsches
Schiffahrtsmuseum
Als am 7. Mai 1945 die Teilkapitulation in Kraft tritt und auf dem vor
Kopenhagen liegenden Minenräumboot R 414 die Flagge eingeholt wird,
scheint der Alptraum des Krieges beendet. Doch dann kommt der Befehl zum
Auslaufen nach Hela, um Flüchtlinge abzuholen. Zwei Männer meutern
und wollen die beiden Stabsoffiziere an Bord überwältigen, aber
der Versuch scheitert.
Der Autor, Fregattenkapitän a.D. Hans Constabel, war als 21-jähriger Leutnant zur See Kommandant des Bootes und erlebte die Ereignisse mit, die in der Einberufung eines Standgerichts gipfeln. Einzig der Besonnenheit eines Gerichtsmitglieds ist es zu verdanken, dass die Fällung von Todesurteilen mit dem Hinweis auf die Unzuständigkeit eines Standgerichts an Bord gerade noch verhindert wird. Alle atmen auf: „Wir sind Soldaten, keine Henker.“ Das Boot verlegt nach der Kapitulation nach Flensburg, wo sich die „Meuterer“ in den Schutz der Engländer begeben. Der Kommandant wird von den Briten verhaftet, die Besatzung von Bord gejagt. Lange hängt ihnen der Ruf als Verräter an ...
Nach genauer Recherche beschreibt der Autor die Vorgänge, in die die Beteiligten verstrickt waren. Er beschönigt nichts, und auch die Erleichterung über den glimpflichen Ausgang bleibt gedämpft. Es war kein strahlender Sieg der Menschlichkeit, sondern eher Zufall.
Das Deutsche Schiffahrtsmuseum (DSM) in Bremerhaven publiziert den erstmals
1989 erschienenen und schnell vergriffenen packenden authentischen Bericht,
der Menschen im Konflikt zwischen Vernunft und Befehlsgehorsam zeigt, nun
in einer zweiten, verbesserten und mit einem weiteren Nachwort versehenen
Auflage. Hans Constabels Buch „Hol nieder Flagge! Ereignisse um ein Standgericht
– Mai 1945“ ist im Convent Verlag, Hamburg, erschienen und zum Preis von
DM 29,90 (EUR 15,50) im Museumsshop und im Buchhandel erhältlich.
Fast zwei Jahrzehnte ist es her, dass das Deutsche Schiffahrtsmuseum (DSM)
in Bremerhaven die Erstauflage eines Quartetts vorstellte, das es sich
zum Ziel gesetzt hatte, Schifffahrt spielerisch erlebbar zu machen. Vom
großen Erfolg des Quartetts, das schnell einer der gefragtesten Artikel
des Museumsshops wurde und seit geraumer Zeit ausverkauft ist, zeigt sich
auch Dr. Siegfried Stölting, Museumspädagoge am DSM, überrascht.
„Ein derartiger Absatz kam für uns vollkommen unerwartet, zeigt aber
zugleich, dass das Medium der Spielkarten pädagogisch sinn- und wertvoll
ist“, sagt der Historiker.
Mit der Eröffnung des Erweiterungsbaus des DSM im vergangenen Jahr waren schließlich auch die äußeren Rahmenbedingungen erfüllt, um eine vollständig neue Auflage des Verkaufsschlagers zu erarbeiten. Das „Große Schiffahrtsquartett“ zeigt auf 48 Blatt anhand von Exponaten des Museums aus dem Gebäudekomplex und dem Freilichtbereich einen Querschnitt aus 15.000 Jahren Schifffahrtsgeschichte, von den Jagdbooten steinzeitlicher Jäger bis hin zum modernen Ölauffangschiff.
Dr. Stölting ist davon überzeugt, dass das neue Quartett an den Erfolg seines Vorgängers wird anknüpfen können: „Spiele eignen sich hervorragend, um die Neugierde von Kindern und Jugendlichen zu wecken und Wissen zu vermitteln.“ Dies gelte auch in der hochtechnisierten Gesellschaft von heute nahezu uneingeschränkt.
Das „Große Schiffahrtsquartett mit 48 Blatt“ des Deutschen Schiffahrtsmuseums
ist ab sofort zum Preis von DM 8,50 im Museumsshop erhältlich.
Hinweis: Die Veröffentlichung des Info-Service ist
kostenfrei. Wir bitten jedoch bei Druckmedien um Übersendung eines
Belegexemplars.
Informationen zum Pressedienst des DSM: Erik
Hoops, M.A.