Deutsches Schiffahrtsmuseum
Die
Darstellung von Macht und Anspruch fand schon seit frühester Zeit,
insbesondere aber zu Zeiten absolutistischer Herrschaft, immer neue und
gewaltigere Formen. Eine ganz besondere Ausdrucksform stellt das herrscherliche
Prunkschiff dar, dessen Archetypus – der auf alle barockenen Nachfolger
seines Typs bestimmend gewirkt hat – der Kölner Kunsthistoriker Hendrik
Busmann 1998 zum Thema seiner Dissertation machte. Das in den wissenschaftlichen
„Schriften des Deutschen Schiffahrtsmuseums“ als Band 54 erschienene Werk
widmet sich erstmals der prachtvollen künstlerischen Ausstattung der
„Sovereign of the Seas“, die – 1635 bis 1637 für den frühen Stuartkönig
Charles I. erbaut – vor mehr als 300 Jahren verbrannte.
Ausgehend von der Frage nach dem praktischen Zweck der mehr als tausend blattvergoldeten Figuren befasst sich der Autor – der neben seiner wissenschaftlichen Forschungsarbeit als Kunsthistoriker, Archäologe und Volkskundler bei Fahrten als Deckshand, Bootsmann und Takler auf Rah- und Gaffelseglern auch Erfahrungen in praktischer Seemannschaft sammelte – mit den Funktionen des Königsschiffes als Medium herrscherlicher Selbstdarstellung. Dabei wird deutlich, dass das Schiff entgegen landläufiger Meinung keineswegs eine rein dekorative Fassade von Herrschaft darstellt. Dem Schnitzwerk liegt vielmehr ein komplexes ikonographisches Programm zugrunde, das elementare Repräsentationsaufgaben erfüllt und deshalb einen unverzichtbaren Bestandteil des Gesamtkunstwerks bildet.
Im
zweiten Teil des Buches folgt eine umfassende Deutung des Bildprogramms.
Vor dem kulturgeschichtlichen Hintergrund absolutistischer Herrscherideologie,
deren Wurzeln bis ins Mittelalter zurückreichen, eröffnet sich
dem Leser die Geisteswelt der frühen Stuartdynastie. Er erhält
damit den Schlüssel zum Verständnis der in allegorischer „Bildsprache“
komponierten Skulpturenzyklen. So liefert Busmann nicht nur einen wichtigen
Forschungsbeitrag zum Schiff, sondern weist auch neue Wege zu einer angemessenen
Würdigung der tragischen und oft missverstandenen Person Charles I.
Darüberhinaus wird auch die Programmatik der barockenen Nachfolger
der „Sovereign of the Seas“, beispielsweise unter preußisch-brandenburgischer
Flagge, verständlich.
Das Deutsche Schiffahrtsmuseum (DSM) in Bremerhaven kann die Aufsehen erregende Arbeit von Hendrik Busmann nun mit freundlicher Unterstützung des Fördervereins Deutsches Schiffahrtsmuseum e.V. in aufwendiger Form als Band 54 seiner wissenschaftlichen Schriftenreihe vorlegen.
Der großformatige, in Kunstleinen
gebundene und mit farbigem Schutzumschlag versehene Band von Hendrik
Busmann: „SOVEREIGN OF THE SEAS. Die Skulpturen des britischen Königsschiffes
von 1637“ (ISBN 3-934613-19-5), erschienen im Convent Verlag, Hamburg,
umfasst 312 Seiten mit über 200, teils farbigen und bislang unveröffentlichten
Abbildungen aus den bedeutendsten Sammlungsbeständen weltweit sowie
drei Falttafeln, auf denen das Schiff mit seinen Skulpturen detailliert
dargestellt ist. Der Band ist zum Preis von EUR 75,90 im Museumsshop des
DSM und im Buchhandel erhältlich.
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Kürzlich konnte „Polarstern“ seinen 20. „Geburtstag“ feiern, Grund genug für das Deutsche Schiffahrtsmuseum (DSM), seiner erfolgreichen Reihe von Kartonmodellbau-Bögen in Zusammenarbeit mit dem benachbart gelegenen AWI einen weiteren Verkaufsschlager hinzuzufügen.
Der farbige Modellbaubogen „Forschungs-
und Versorgungsschiff POLARSTERN von 1982“ im Maßstab 1:500 wird
ergänzt durch Kurzinformationen zum Schiff und seinen technischen
Besonderheiten. Der Bogen ist zum Preis von EUR 5,00 im Museumsshop des
DSM erhältlich oder kann beim Deutschen Schiffahrtsmuseum bestellt
werden.
Hinweis: Die Veröffentlichung
des Info-Service ist kostenfrei. Wir bitten jedoch bei Druckmedien um Übersendung
eines Belegexemplars.
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