Deutsches Schiffahrtsmuseum

Institut der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e.V.

Presse-Info-Service


Info Nr. 12/04 vom 06.07.2004


Deutsches Schiffahrtsmuseum erwirbt seltenen Globus

„Stummer Globus“ von 1798 zeigt die Routen der Expeditionsfahrten von James Cook

In den USA hat das Deutsche Schiffahrtsmuseum (DSM) einen Globus entdeckt, von dem weltweit vermutlich nur noch zwei Exemplare existieren: eines in England und das zweite nunmehr in Bremerhaven.

Der deutsche Kartograph Franz Ludwig Güssefeld (1744 – 1808) fertigte diesen Globus 1798 in Weimar an. Er zeigt die Welt weitgehend in der uns bekannten Gestalt, enthält aber keinerlei Beschriftungen für Länder, Städte und Flüsse. Für die Fachwelt ist er damit ein sogenannter „Stummer Globus“. Ganz „stumm“ ist er allerdings nicht, denn er zeigt die – zudem exakt datierten – Routen der zwischen 1768 und 1779 durchgeführten Expeditionsfahrten des britischen Forschers James Cook, der 1778 die Hawaii-Inseln entdeckte. Als direktes Demonstrationsobjekt für wissenschaftliche Forschungsreisen ergänzt der „Stumme Globus“ auch die in der DSM-Bibliothek vorhandene Sammlung der originalen Expeditionsberichte von Cook in vollkommener Weise.
 

DSM-Wissenschaftler Dr. Albrecht Sauer und die Rechtsanwälte Cecil Hamann und Dr. Manfred Ernst (von links) bewundern den Globus von 1798. Für DSM-Wissenschaftler Dr. Albrecht Sauer ist der Globus auch deshalb eine Besonderheit, weil er vorzüglich die deutsche Rezeption der vorwiegend von den westeuropäischen Staaten betriebenen sog. europäischen Expansion bzw. der von diesen durchgeführten Entdeckungs- und Eroberungsfahrten dokumentiert. So stellt er ein hoch willkommenes Exponat für die kommende Ausstellung unter dem Titel „Erschließung neuer Welten“ dar, die Teil der Neugestaltung des Deutschen Schiffahrtsmuseums sein wird und den chronologischen Anschluss an den innereuropäisch orientierten Ausstellungsbereich „Hanse“ herstellen soll. Ein erster Schritt auf dem Weg der Museumsneugestaltung wird die Ausstellung „Mythos Windjammer“ sein, die zur Großveranstaltung „Sail Bremerhaven 2005“ im August des kommenden Jahres eröffnet wird.

Finanziert werden konnte der Erwerb des Globus, der dem Deutschen Schiffahrtsmuseum am 25. Juni übergeben wurde, durch eine Spende der Bremerhavener „Kanzlei im Zentrum“ der Rechtsanwälte Dr. Manfred Ernst, Lutz Franke, Cecil Hamann.

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Informationen zum Pressedienst des DSM


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