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In den USA hat
das Deutsche Schiffahrtsmuseum (DSM) einen Globus entdeckt, von dem weltweit
vermutlich nur noch zwei Exemplare existieren: eines in England und das
zweite nunmehr in Bremerhaven.
Der deutsche Kartograph Franz Ludwig Güssefeld
(1744 – 1808) fertigte diesen Globus 1798 in Weimar an. Er zeigt die Welt
weitgehend in der uns bekannten Gestalt, enthält aber keinerlei Beschriftungen
für Länder, Städte und Flüsse. Für die Fachwelt
ist er damit ein sogenannter „Stummer Globus“. Ganz „stumm“ ist er allerdings
nicht, denn er zeigt die – zudem exakt datierten – Routen der zwischen
1768 und 1779 durchgeführten Expeditionsfahrten des britischen Forschers
James Cook, der 1778 die Hawaii-Inseln entdeckte. Als direktes Demonstrationsobjekt
für wissenschaftliche Forschungsreisen ergänzt der „Stumme Globus“
auch die in der DSM-Bibliothek vorhandene Sammlung der originalen Expeditionsberichte
von Cook in vollkommener Weise.
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| DSM-Wissenschaftler
Dr. Albrecht Sauer und die Rechtsanwälte Cecil Hamann und Dr. Manfred
Ernst (von links) bewundern den Globus von 1798. |
Für DSM-Wissenschaftler
Dr. Albrecht Sauer ist der Globus auch deshalb eine Besonderheit, weil
er vorzüglich die deutsche Rezeption der vorwiegend von den westeuropäischen
Staaten betriebenen sog. europäischen Expansion bzw. der von diesen
durchgeführten Entdeckungs- und Eroberungsfahrten dokumentiert. So
stellt er ein hoch willkommenes Exponat für die kommende Ausstellung
unter dem Titel „Erschließung neuer Welten“ dar, die Teil der Neugestaltung
des Deutschen Schiffahrtsmuseums sein wird und den chronologischen Anschluss
an den innereuropäisch orientierten Ausstellungsbereich „Hanse“ herstellen
soll. Ein erster Schritt auf dem Weg der Museumsneugestaltung wird die
Ausstellung „Mythos Windjammer“ sein, die zur Großveranstaltung „Sail
Bremerhaven 2005“ im August des kommenden Jahres eröffnet wird.
Finanziert werden konnte der Erwerb des
Globus, der dem Deutschen Schiffahrtsmuseum am 25. Juni übergeben
wurde, durch eine Spende der Bremerhavener „Kanzlei im Zentrum“ der Rechtsanwälte
Dr. Manfred Ernst, Lutz Franke, Cecil Hamann. |