Deutsches SchiffahrtsmuseumDie Geheimrat Gerlach wurde an ihren neuen
Liegeplatz verlegt
In einer
aufwändigen Aktion wurde das historische Rettungsboot Geheimrat Gerlach, Jahrgang 1911, von seinem angestammten
Liegeplatz im Scharounbau in den Neubau des DSM verfrachtet. Rund 14 Tage
dauerten die Vorbereitungen, bis der große Moment endlich gekommen war. Vorab
musste der Ausstellungsraum im Erdgeschoss fast vollständig geräumt werden.
Anschließend wurde das schwergewichtige Exponat zunächst auf ein Podest gewuchtet
und um 90 Grad gedreht, um anschließend über eine eigens dafür konstruierte
Rampe aus der Halle gezogen zu werden.
Bei dieser Aktion war auch
viel Muskelkraft gefragt. Von Hand wurde das 5-Tonnen-Exponat Stück für Stück
die Rampe hochgezogen. Allein das Verholen des Schiffes dauerte zwei Tage.
Unter Einsatz aller Kräfte des technischen Dienstes des DSM und zur Freude
vieler Besucherinnen und Besucher, die diese spektakuläre Aktion mit Spannung
verfolgten, wurde der hölzerne Koloss schließlich ins Freie bugsiert und
mittels eines Spezialkrans auf einen Transporter gehievt, der die Geheimrat Gerlach dann zum Neubau
chauffierte.
Dort angekommen, war Präzision
gefragt. Mit „Man-Power“ und Geduld manövrierten Jörg Geier, Leiter des
Technischen Dienstes des DSM und seine Crew das kostbare, aber etwas sperrige
Ausstellungsstück unter Dach und Fach. Seinen endgültigen Liegeplatz wird das
Rettungsboot allerdings erst in zwei Wochen erhalten. Zuvor muss noch ein
Kiesbett fertig gestellt werden, auf dem die Geheimrat
Gerlach dann dauerhaft zu sehen sein wird.
Wir sind mit dem reibungslosen Ablauf dieser
„Umzugsaktion“ sehr zufrieden, so Geier. Für ihn und sein Team war die Verlegung des
Bootes nur eine der vielen herausfordernden Aufgaben, die seit Jahrzehnten mit
Freude und großem Engagement erfolgreich gelöst werden.
Die Geheimrat Gerlach wurde
übrigens als reines Segelrettungsboot gebaut und galt durch ihre spezielle
Konstruktion als unsinkbar. Zunächst in Ostpreußen im Einsatz, gehörte sie ab
1921 zur DGzRS - Station „Dorumer Tief“ an der Wesermündung. Bis zu ihrer
Außerdienststellung im Jahre 1942 wurden mit dem hölzernen Segler 247
Menschenleben gerettet.
Abbildung: Egbert
Laska, DSM.
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