
Deutsches Schiffahrtsmuseum
Der TITANIC-Boom geht auch am Deutschen Schiffahrtsmuseum (DSM) in Bremerhaven nicht spurlos vorüber. Seitdem der spektakuläre Film über den Untergang des Luxusliners vor 83 Jahren nicht nur elf "Oscars" einheimste, sondern darüber hinaus zum größten Kassenerfolg der amerikanischen Filmgeschichte wurde, ist das TITANIC-T-Shirt zum Bestseller im Museumsshop geworden. Neuerdings können die Besucher aber auch eine museale Rarität besichtigen - das Seefahrtsbuch eines deutschen Stewards, der 43jährig die TITANIC-Tragödie im Eismeer überlebte. Die Eintragung, wann und wo er nach dieser Reise abmusterte (Date and Place of discharge) lautet knapp: "15. April 1912 at sea". Es war der Tag der TITANIC-Katastrophe. Der Mann hieß Alfred Theissinger und war 1869 in Deutschland zur Welt gekommen (leider geht aus dem Seefahrtsbuch nicht hervor, an welchem Tag und in welchem Ort). Dafür sagt das Dokument einiges über seine äußere Erscheinung aus. Der Steward maß von Kopf bis Fuß fünf Feet und 11 Inches (1,80 Meter), hatte blaue Augen und graumelierte Haare. Von 1911 bis 1914 fuhr er auf berühmten Ozeanriesen der White Star Line in Liverpool, zunächst auf der OLYMPIC, dann auf dem Unglücksschiff TITANIC und schon zwei Monate später auf der MAJESTIC. Danach umsorgte er Passagiere auf der LIVERPOOL und der OCEANIC.
Bei dem Seefahrtsbuch, das nun im DSM wie ein Schatz gehütet wird, handelt es sich übrigens um ein Zweitexemplar. Der Grund, weswegen es neu ausgestellt werden mußte, wird mit folgenden Worten angegeben: "Renewal, Original lost through Shipwreck", zu deutsch: Neuausstellung, Original durch Schiffsuntergang verloren.
Motive, über die sich in der Sprache der Bilder und begleitenden Worte Geschichten erzählen lassen, sind praktisch in allen Landstrichen unmittelbar vor der Haustür zu entdecken - an Flüssen, Seen und Kanälen ebenso wie in Meeresnähe. Im Binnenland sind es die Schiffshebewerke, Anleger und Schleusen, an der Küste die Leuchttürme, Kräne, Containerbrücken, Seeschleusen und Terminals für Güter und Passagiere. Dem Einfallsreichtum der Film- und Videoamateure, Historie und Funktion dieser Bauten zu einer spannenden Handlung zu verdichten, sind kaum Grenzen gesetzt.
Im übrigen hat sich aus den Gesprächen mit den Wettbewerbsteilnehmern vergangener Jahre herauskristallisiert, daß manchen von ihnen die Produktionszeit von einem Jahr als zu knapp bemessen erscheint. Deswegen haben sich das Deutsche Schiffahrtsmuseum und der Mitveranstalter, der Amateurfilm- und Videoclub "Kogge" Bremerhaven, darauf verständigt, das Wettbewerbsthema der ab 1999 stattfindenden Maritimen Filmtage regelmäßig zwei Jahre im voraus bekanntzugeben. Für das nächste Jahr hat man einen Zungenbrecher gewählt, der vielfältige Variationsmöglichkeiten in sich birgt, aber dennoch immer etwas mit Wasser, Schiffen und Booten zu tun haben wird: "Fischers Fritze fängt frische Fische".
Zugelassen zu den Wettbewerben sind Arbeiten von Film- und Videoamateuren ( 16 mm, Super-8, Video VHS und Super VHS ) mit einer Spieldauer von maximal 20 Minuten. Der erste Preis ist mit 500 DM dotiert, der zweite mit 300 und der dritte mit 200 DM. Außerdem sind Sachpreise ausgesetzt. Die Jury tritt am 26. September zusammen und wird ihre Entscheidung noch am gleichen Tage bekanntgeben.
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