
Deutsches SchiffahrtsmuseumIn den letzten Jahren hat die Wissenschaftlerin, die darüber hinaus auch in der DSM-Redaktion tätig ist, einen umfangreichen Fundus an Berichten und Dokumenten von Kapitänsfrauen, weiblichen Seeleuten und Passagierinnen gesammelt, ausgewertet und zum Teil auch publiziert. Die Sammlung reicht von 1801 bis in die Gegenwart und bietet Informationen zum Arbeitsplatz Schiff, zum Leben an Bord, zu der besonderen Situation für die Frauen, wenn sie sich auf den Schiffen mit den zwangsläufig beengten Lebensverhältnissen abfinden müssen, zu den Chancen und Hindernissen, die Frauen erwarten, wenn sie vor der prekären Aufgabe stehen, sich in diesem harten Beruf gegen Männer zu bewähren.
Weil die bisher aufgebaute Sammlung an Berichten und anderen Seefahrtsdokumenten von Frauen jedoch erhebliche zeitliche und thematische Lücken aufweist, die es möglichst umfassend zu schließen gilt, hat sich Ursula Feldkamp zu diesem Weg entschlossen: Sie und ihre Flensburger Mitstreiterin, die Historikerin Dr. Christine Keitsch, wollen mit den seebefahrenen Frauen an wechselnden Orten, in Rostock, Wischhafen und Bremerhaven, zusammentreffen, eventuell noch in anderen Hafenstädten, wenn sich Frauen aus der jeweiligen Umgegend melden und sich weite Anreisen vermeiden lassen.
Christine Keitsch hat, wie Ursula Feldkamp betont, einen wesentlichen Beitrag zur Erforschung der jüngeren Geschichte von Frauenarbeit auf Schiffen geleistet. 1997 erarbeitete Dr. Keitsch am Flensburger Schiffahrtsmuseum eine Ausstellung zum Thema "Frauen an Bord nach 1945" und publizierte dazu einen Katalog. Darüber hinaus ist sie Koordinatorin eines Netzwerkes für seefahrende Frauen in Flensburg.
Was die beiden von den Frauen, von der Stewardess wie von der Fischwerkerin, von der Funkerin wie von der Kapitänin, erwarten, haben sie so beschrieben: Sie sollen angeregt werden, schriftlich oder mündlich über ihre Erfahrungen auf See zu berichten oder bereits geschriebene Aufzeichnungen wie Briefe oder bestimmte Teile daraus mit Frauen gleicher oder ähnlicher Berufsgruppen zu diskutieren und ihre autobiographischen Berichte oder die Diskussionsergebnisse dem Archiv des Projektes zur Verfügung zu stellen. Die Sammlung ist nur für Forschungszwecke gedacht und anderen Personen nur mit Zustimmung der jeweiligen Verfasserinnen zugänglich.
Weniger Wert legt Ursula Feldkamp auf Erlebnisse während eines Landaufenthaltes. Ihr geht es vornehmlich um den grauen Alltag der "Seefrauen", wie er sich an Bord nun einmal abzuspielen pflegte.
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