
Hans
Constabel
Hol nieder Flagge!
Ereignisse um ein Standgericht – Mai
1945
Convent Verlag, Hamburg
1989, 2., verbesserte u. erweiterte Aufl.
2001, 160 S., 63 Abb., geb.
EUR 15,50
Zum Inhalt:
Als am 7. Mai 1945 die Teilkapitulation
in Kraft tritt und auf dem vor Kopenhagen liegenden Minenräumboot
R 414 die Flagge eingeholt wird, scheint der Alptraum des Krieges beendet.
Doch dann kommt der Befehl zum Auslaufen nach Hela, um Flüchtlinge
abzuholen. Zwei Männer meutern und wollen die beiden Stabsoffiziere
an Bord überwältigen, aber der Versuch scheitert.
Hans Constabel war als 21jähriger
Leutnant zur See Kommandant des Bootes und erlebte die Ereignisse mit,
die in der Einberufung eines Standgerichts gipfeln. Einzig der Besonnenheit
eines Gerichtsmitglieds ist es zu verdanken, dass die Fällung von
Todesurteilen mit dem Hinweis auf die Unzuständigkeit eines Standgerichts
an Bord gerade noch verhindert wird. Alle atmen auf: "Wir sind Soldaten,
keine Henker." Das Boot verlegt nach der Kapitulation nach Flensburg, wo
sich die "Meuterer" in den Schutz der Engländer begeben. Der Kommandant
wird von den Briten verhaftet, die Besatzung von Bord gejagt. Lange hängt
ihnen der Ruf als Verräter an ...
Nach genauer Recherche beschreibt der
Autor die Vorgänge, in die die Beteiligten verstrickt waren. Er beschönigt
nichts, und auch die Erleichterung über den glimpflichen Ausgang bleibt
gedämpft. Es war kein strahlender Sieg der Menschlichkeit, sondern
eher Zufall.
Ein packender authentischer Bericht, der
Menschen im Konflikt zwischen Vernunft und Befehlsgehorsam zeigt, wie in
der Erzählung "Ein Kriegsende" von Siegfried Lenz.
Der Autor:
Hans Constabel, 1923 in Meldorf geboren,
begann nach den hier geschilderten Ereignissen im Jahre 1948 als Leichtmatrose
in der Handelsschiffahrt und machte 1955 die Prüfung zum Kapitän
auf Großer Fahrt. 1958 wurde er Ausbildungsoffizier der Seemannsschule
in Hamburg. 1959 ging er wieder zur Marine. Der Fregattenkapitän a.D.
lebt heute in Bremerhaven.
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