
Theodor
Cordua
Von Mecklenburg nach Übersee
Mitteilungen aus meinem Leben als Kaufmann
und Reeder 1796 bis 1857
Verlag Die Hanse, Hamburg
1996, Neuauflage 2001, 239 S., 26 Abb.,
gebunden
EUR 12,50
Zum Inhalt:
Theodor Cordua wurde 1796 in Wandow geboren.
Sein Vater bewirtschaftete eines der größten und schönsten
Landgüter Mecklenburgs. Doch anders als seine Brüder hatte Theodor
mit der Landwirtschaft vorerst nichts im Sinn. Er träumte schon als
Kind davon, ferne Länder zu sehen. Nach einer Kaufmannslehre brach
er 1816 zu seiner ersten Seereise auf, die ihn über Amsterdam nach
Batavia führte. Vier Jahre später beschloß er, in der holländischen
Kolonie Surinam ein Import-Exportgeschäft aufzubauen, ein Wagnis,
das den meisten europäischen Übersee-Händlern noch zu riskant
erschien, auch wenn sie mit Spannung den Ausgang der Unabhängigkeitsbestrebungen
der spanischen Kolonien in Südamerika erwarteten. Brand und Schiffsuntergang,
Revolutionen und unzuverlässige Geschäftspartner beeinträchtigten
die Geschäfte Theodor Corduas. Handel und Schiffahrt bildeten zu der
Zeit noch eine Einheit, und Kaufleute wie Cordua begleiteten ihre Waren
noch selbst bis zu ihrem Bestimmungsort.
Mit 44 Jahren gab Cordua sein Geschäft
in Paramaribo auf, verließ seine Familie und zog in die Wildnis Kaliforniens.
Dort erwarb er von der mexikanischen Regierung und dem legendären
Schweizer Kolonisator Johann August Sutter Land, sein Neu-Mecklenburg,
das er mit Hilfe von Indianern urbar machte und besiedelte. Einige Jahre
später war er – wenn auch nur kurzzeitig – einer der reichsten Männer
Kaliforniens.
Der Lebensbericht Theodor Corduas ist
ein für Historiker und Laien gleichermaßen faszinierendes und
spannend zu lesendes Zeitzeugnis aus der Phase des wirtschaftlichen Umbruchs
mit einer weltweiten Expansion der Märkte nach den napoleonischen
Kriegen. Neben den individuellen Geschäftserfolgen und Tiefpunkten
seines Kaufmannslebens liefert Cordua detaillierte Beschreibungen der Länder,
die er bereiste. Immer gilt sein Hauptinteresse der Botanik, der Geographie
und der Völkerkunde. Bei aller Geschäftstüchtigkeit empört
sich Cordua über brutale und unmenschliche Eroberungsmethoden der
Kolonialherren und vermittelt damit auch einen Einblick in die Ausrottungs-
und Befriedungspolitik gegenüber den Indianern sowie eine Menge Details
über Sklaventransport und Sklavenhandel.
Gerne senden wir Ihnen unser Publikationsverzeichnis
auch in gedruckter Form.