
Wilhelm
Dege
Gefangen im arktischen Eis
Wettertrupp »Haudegen«
– die letzte deutsche Arktisstation des Zweiten Weltkrieges
Eingeleitet und mit Anhängen versehen
von William Barr und Eckart Dege
Convent Verlag, Hamburg
2006, XXIV, 424 S., mit 52 Abb., gebunden,
mit farbigem Schutzumschlag, 14,5 x 22 cm, 680 g
EUR 29,90 ISBN 978-3-934613-94-2
Zum Inhalt:
Im Winter 1944/1945 wurde unter strengster
Geheimhaltung in der Abgeschiedenheit Spitzbergens nördlich des 80.
Breitengrades eine deutsche Wetterstation mit dem Codenamen »Haudegen«
errichtet. Während des Zweiten Weltkrieges bauten die Kriegsmarine
und die Luftwaffe diese und andere Wetterstationen in den entlegensten
arktischen Regionen – von Ostgrönland bis zum Franz-Josef-Land – auf,
um das für die deutschen Militäroperationen in Nordwesteuropa
bedeutsame Wettergeschehen zu überwachen, Wetterdaten zu sammeln und
weiterzuleiten.
Dieses Buch erzählt die persönliche
Geschichte von Wilhelm Dege, dem Leiter der letzten dieser Stationen, der
mit seinen Männern in der Einsamkeit und Trostlosigkeit Spitzbergens
zurückblieb, als das »Dritte Reich« zerschlagen wurde
und der Zweite Weltkrieg im Mai 1945 in Europa endete. Erst Monate später,
im September, entsandten die Alliierten ein Schiff in den hohen Norden,
um Dege und die übrigen Mitglieder der Mannschaft aus ihrer ungewollten
Gefangenschaft im Eis zu befreien. Der Wettertrupp »Haudegen«
war somit die letzte deutsche Einheit, die sich den Alliierten ergab.
Verbunden mit einer instruktiven Einleitung
des kanadischen Historikers William Barr geben die Aufzeichnungen Wilhelm
Deges – in unkommentierter und gekürzter Form erstmals 1954 erschienen
– einen seltenen Einblick in die Aktivitäten der Wettertrupps und
verdeutlichen die Bedeutung dieser isolierten Außenposten. 1985 hatte
Deges Sohn Eckart Gelegenheit, den Ort des Basislagers auf Spitzbergen
aufzusuchen, wo es ihm gelang, das Tagebuch seines Vaters und andere Dokumente
zu bergen.
Für diese kommentierte Ausgabe hat
Eckart Dege einen umfangreichen Anhang zusammengestellt, der nicht nur
die Aufzeichnungen seines Vaters in neuer Weise erschließt, sondern
auch die Nachkriegsschicksale der Mannschaft und die Expedition vierzig
Jahre nach Kriegsende thematisiert.
Der Autor:
Wilhelm Dege wurde am 9. Oktober 1910
in Bochum geboren. Nach dem Abitur 1931 und einer dreijährigen Ausbildung
an der Pädagogischen Akademie in Dortmund arbeitete er zunächst
als Volksschullehrer in Münster. Neben seinem Beruf studierte er die
Fächer, die ihn außer seinem Beruf am meisten interessierten:
Geographie, Geologie und Vorgeschichte. 1939 promovierte Wilhelm Dege mit
einer Arbeit über Nordspitzbergen, basierend auf eigenen Forschungsreisen
nach Spitzbergen in den Jahren 1935, 1936 und 1938. Anfang 1940 wurde Dege
Soldat und war wegen seiner norwegischen Sprach- und Landeskenntnisse in
Norwegen eingesetzt, bis man ihn zum Leiter einer Wetterdienst-Expedition
auf Spitzbergen berief. Im äußersten Nordosten dieser Inselgruppe,
auf der Insel Nordostland, verbrachte er mit seinen Kameraden vom Wettertrupp
»Haudegen« die Zeit von September 1944 bis September 1945,
wovon dieses Buch berichtet.
Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm Dege seine
frühere Lehrertätigkeit wieder auf, blieb jedoch auch weiterhin
der geographischen Forschung verbunden und wurde 1962 zum Professor für
Heimat- und Volkskunde und Didaktik der Erdkunde an der Pädagogischen
Akademie Dortmund berufen. Im Frühjahr 1976 wurde er emeritiert und
starb nur dreieinhalb Jahre später, am 21. Dezember 1979.
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