
Peter
Krahé
Literarische Seestücke
Darstellungen von Meer und Seefahrt
in der englischen Literatur des 18. bis 20. Jahrhunderts
Schriften des Deutschen Schiffahrtsmuseums,
Band 31
Verlag Die Hanse, Hamburg
1992, 278 S., 51 Bildtafeln, Großformat,
gebunden
Vergriffen.
Zum Inhalt:
Wie kaum ein anderes Land Europas ist
Großbritannien in der Vergangenheit durch seine geographische Lage
geformt worden: See und Seefahrt spielten in jeden Lebensbereich hinein,
die Geschichte des Landes ist über Jahrhunderte hinweg fast einer
Geschichte des englischen Seewesens gleichzusetzen.
Vielfalt und Farbigkeit literarischer
Verarbeitungen von Meer und Seefahrt in der englischsprachigen Literatur
seit dem Beginn des 18. Jahrhunderts werden in diesem Band untersucht.
Unter dem aus der Malerei entlehnten Begriff "Literarische Seestücke"
entsteht so ein umfassender motivgeschichtlicher Längsschnitt, nachdem
die Forschung sich bislang überwiegend der Darstellung einzelner Dichter,
Gattungen und Motive gewidmet hat. Besonderer Wert wird darauf gelegt,
daß neben berühmten Werken der Weltliteratur wie Defoe, Smollett,
Scott, Cooper, Melville, Conrad oder Golding eine Vielzahl schwer zugänglicher
oder verschollener Autoren Berücksichtigung finden; und auch fremde
Autoren, besonders deutsche, werden herangezogen.
Einführend wird der literaturgeschichtliche
und historische Bezugsrahmen entwickelt, in dem die thematische Vielfalt
literarischer Seestücke zu sehen ist. Die motivgeschichtliche Darstellung
selbst folgt einer idealtypischen Seereise mit dem gängigen Figurenbestand
von Seeleuten und Außenseitern, Jonasfiguren, Piraten und Frauengestalten
sowie den tradierten abenteuerlichen Handlungsmustern zwischen Aufbruch,
Sturm, Schiffbruch und Heimkehr. Dazu gehört eine Betrachtung des
Symbolbereichs von Meer und Seefahrt in religiönsen und im 20. Jahrhundert
zunehmend existentialistisch begründeten Zusammenhängen: Das
Schiff erscheint als Welt im kleinen, der gegenüber die verzweifelte
Isolation Schiffbrüchiger auf dem Meer steht. Abschließend wird
gezeigt, wie die Entwicklung von Technik und Reisegewohnheiten sich auf
die Seeliteratur ausgewirkt hat und wie die Perspektive sich vielfach von
einer realistischen Sicht zu der verklärenden Rückschau auf die
gute, abenteuerliche alte Zeit wandelt.
Der Autor:
Dr. Peter Krahé, geboren 1949,
studierte
in Bonn und Brighton und lehrt heute als Privatdozent für englische
Literaturwissenschaft und Landeskunde an der Freien Universität Berlin.
Er veröffentlichte Bücher und zahlreiche Aufsätze zur deutschen
und englischen Literatur.
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