
Wolfgang
Steusloff
Bordleben auf Rostocker Handelsschiffen
1950 bis 1990
Schriften des Deutschen Schiffahrtsmuseums,
Band 39
Verlag Die Hanse, Hamburg
1995, 2. Aufl. 1996, 262 S., 320 Abb.,
davon 33 farbig, Großformat, gebunden
EUR 35,– ISBN 3-434-52508-4
Vergriffen.
Zum Inhalt:
Das Leben an Bord von Seeschiffen unterscheidet
sich in vieler Hinsicht vom Leben an Land. Der Umstand, daß der Arbeitsplatz
Schiff gleichzeitig Wohn- und Freizeitbereich ist, prägt das Leben
der Fahrensleute ebenso wie der im Vergleich zu Landberufen völlig
andere Arbeitsrhythmus. Auf den in Rostock beheimateten Handelsschiffen
der ehemaligen staatlichen Reederei der DDR kamen noch die Auswirkungen
des politischen Systems hinzu, wenn auch in anderer Weise als an Land.
Der Autor selbst fuhr jahrelang als Nautiker
für die Deutfracht/Seereederei Rostock (DSR), ist also ein intimer
Kenner der Materie. Unterstützt von vielen Gewährsleuten, hat
er das Leben an Bord während der gesamten Zeit der staatlichen Handelsschiffahrt
der DDR ausführlich und vornehmlich aus der Perspektive der Seeleute
dokumentiert und ausgewertet, und zwar in den drei wesentlichen Bereichen
Arbeit, Freizeit und Kommunikation. Der "normale Alltagstrott" (einschließlich
"Feierabendbier") steht ebenso im Blickpunkt wie brauchtümliche Feste,
Übergangsbräuche (Äquator- und Polartaufen), individuelles
Matrosenwerkzeug, Namensgebunden von Motoren wie auch die vielen, bislang
ungeschriebenen umgangssprachlichen Wörter und Wendungen, die neben
der offiziellen Fachterminologie existier(t)en.
Rund 300 überwiegend bisher unveröffentlichte
Bilder und ein Anhang mit den wichtigsten Vorschriften und Regelwerken,
die den Alltag an Bord bestimmten – oder doch bestimmen sollten –, machen
das Buch zu einer faszinierenden Gesamtdarstellung eines inzwischen abgeschlossenen
Kapitels der deutschen Schiffahrtsgeschichte, das für viele Seeleute
noch sehr lebendig ist.
Der Autor:
Wolfgang Steusloff, geboren 1954 in Warnemünde,
studierte an der Ingenieurschule für Seefahrt Warnemünde/Wustrow
und fuhr bis 1987 als Nautischer Offizier auf Rostocker Handelsschiffen.
Seit 1981 publiziert er Bücher und Aufsätze zur maritimen Volkskunde,
seit Ende seiner Fahrenszeit ist er als Wissenschaftler am Wossidlo-Archiv
tätig, einer Forschungsstelle der Berliner Akademie der Wissenschaften.
Er promovierte 1994 an der Humboldt-Universität zu Berlin.
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