Hansekogge von 1380Deutsches Schiffahrtsmuseum

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Reinhard A. Krause
Zweihundert Tage im Packeis
Die authentischen Berichte der HANSA-Männer der Ostgrönland-Expedition 1869-1870
Schriften des Deutschen Schiffahrtsmuseums, Band 46
Verlag Die Hanse, Hamburg
1997, 348 S., 123 Abb., zum Teil in Farbe, Großformat, gebunden
EUR 40,–

Zum Inhalt:
Der Kartograph August Petermann (1822-1878), ein Förderer der Erforschung Afrikas und Herausgeber einer weltweit beachteten geographischen Zeitschrift, riskierte im Jahre 1868 die Ausrüstung und Entsendung der ersten deutschen Nordpolarexpedition. Die Geldsammlung, die Petermann zur Deckung der Expeditionskosten initiiert hatte, erbrachte einen erheblichen Überschuß. Dieser Geldbetrag und das ideelle und finanzielle Engagement Bremer und Bremerhavener Schiffahrtskreise ermöglichten die Entsendung einer zweiten deutschen Nordpolarexpedition, über die dieses Buch berichtet.
Vorrangiges Ziel der beiden Expeditionsschiffe GERMANIA und HANSA war das Erreichen der Ostküste Grönlands, um von dort in Richtung Pol vorzustoßen. Die GERMANIA erreichte ihr Ziel. Die HANSA kam im Packeis fest und wurde bald darauf – die Küste greifbar nah vor Augen – ein Opfer der harten Eispressungen. Die vierzehn Männer retteten drei Beiboote und errichteten aus den Trümmern des Schiffes ein Haus auf einer Eisscholle.
Die Scholle driftete nach Süden, und es kam zu einer dramatischen Entwicklung: Als in den ersten Januartagen des Jahres 1870 in heulendem Orkan, in schneidender Kälte und stockfinsterer Nacht die Scholle zu zerbersten drohte, sahen sich die Männer dem Tode nahe ...
Eine Wetterabschwächung brachte ihnen in höchster Not Erholung – kaum zwei Tage lang –, um sie dann mit noch extremeren Ereignissen zu konfrontieren. Aber das Wunder geschah, alle Männer überlebten. Ausgemergelt erreichten sie nach 200 Tagen Schollenfahrt und weiteren 36 Tagen in offenen Booten schließlich die bewohnte Südspitze Grönlands.
Das Buch beinhaltet zunächst die Erstveröffentlichung der Tagebücher des Kapitäns und der zwei Steuerleute der HANSA. Diese thematisieren andere Bereiche als das offizielle Expeditionswerk von 1872/74. Sie zeigen auch die mühevoll zurückgedrängten Ängste und die Verzweiflung der Männer über ihre prekäre Lage, die den Schiffsarzt in den Wahnsinn trieb.
Des weiteren werden ausführlich die vielschichtigen Hintergründe der Expedition erläutert sowie die Anfänge der deutschen Polarforschung und ihre geographiegeschichtliche Bedeutung dargestellt. Auch dieser Teil basiert im wesentlichen auf Originalquellen.

Der Autor:
Dr. Reinhard A. Krause ist seit 1984 Mitarbeiter am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven. Vor seinem Studium der Physik und Astronomie fuhr er viele Jahre zur See, auch als Steuermann und Kapitän. Er hat an drei Schiffsexpeditionen in die Antarktis teilgenommen.


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