Deutsches Schiffahrtsmuseum

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Presse-Info-Service


Info Nr. 11/03 vom 22.10.2003


Tausende Fotoabzüge und 45.000 Negative

DSM erwarb Nachlass des bekanntesten Fotografen des Norddeutschen Lloyd – Hanns Tschiras Aufnahmen aus den 1930er Jahren schon jetzt als bedeutende Zeitzeugnisse begehrt – Offizielle Übergabe am 29. Oktober

Kein anderer Bereich des großen Archivs am Deutschen Schiffahrtsmuseum (DSM) in Bremerhaven ist so rasch gewachsen wie die Fotosammlung. Neben rund 850, teils voluminösen Fotoalben sind rund 150.000 Fotografien einzeln erfasst und systematisch sowie alphabetisch in Karteischränken aufgestellt. Neben Zigtausend Fotos von Handels- und Kriegsschiffen findet man auch umfangreiche Bildbestände mit Hafenansichten, von Verladetechniken, Seeleuten, Stauern, vom Arbeiten und Leben an Bord und im Hafen, von Schiffbau und Fischerei, Ereignissen auf See und an Land.

Immer wieder ist es dem DSM auch gelungen, ganze Nachlässe bekannter Fotografen zu erwerben: so den von Helmut Schröder zum Schiffbau im Bremer Raum in den 1950er bis 1970er Jahren oder – um nur einige Beispiele zu nennen – die Sammlungen der Fotografen Hans Hartz, Walter Lüden und Eberhard W. Haase, die nacheinander von den 1920er bis 1970er Jahren das Geschehen im Hamburger Hafen mit der Kamera dokumentierten. Die oft begeisternde Qualität der Bilder ist der Öffentlichkeit auch schon wiederholt in Ausstellungen und Büchern vorgestellt worden. Im kommenden Jahr zeigt das DSM vom 20. März an in einer aufwändigen Schau die faszinierende Welt des Hamburger Hafens in den 1950er Jahren. Der Bremer Hauschild Verlag wird dazu einen Bildband publizieren.

Nachdem das DSM 1989 schon einmal beeindruckende Bilder aus der Hand eines Bordfotografen erwerben und in einer Ausstellung präsentieren konnte, ist es nun gelungen, das Archiv des bekanntesten Fotografen des Norddeutschen Lloyd (NDL) in den 1930er Jahren zu erwerben. Etwa 45.000 Negative und Tausende von zeitgenössischen Abzügen hat Hanns Tschira, der auf Schiffen des NDL die ganze Welt kennen lernte,  hinterlassen. Tschira arbeitete aber vor allem  auch über Jahre an Bord der Spitzenschiffe der damaligen deutschen Handelsflotte, den Schnelldampfern „Bremen“ und „Europa“. Aufnahmen vom mondänen Leben der Passagiere an Bord, von berühmten Persönlichkeiten beim Shakehands mit dem Kapitän, jedoch auch Bilder von der mühevollen Arbeit der Seeleute und des Servicepersonals, von der Linienfahrt über den Atlantik und von Kreuzfahrten, von Häfen und Schiffen kamen in diesen Jahren zusammen. Auch die legendäre letzte Reise der „Bremen“ bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, als das Schiff in einem Tarnanstrich von New York nach Murmansk jagte, hat Tschira mit der Kamera begleitet.

Am 29. Oktober 2003 kann der Leiter des Archivs des DSM, Klaus-Peter Kiedel, die wertvolle Sammlung nun aus der Hand der Familie Tschira entgegennehmen, nachdem das Ehepaar Ebel aus Nordenham, der Förderverein des Deutschen Schiffahrtsmuseums und die Hapag-Lloyd Stiftung die Mittel für den Ankauf bereitgestellt haben. In den kommenden Jahren sollen die Negative gesichtet und möglichst rasch für die Forschung zur Schifffahrtsgeschichte der 1930er Jahre aufbereitet werden. Bereits in den nächsten Wochen wird ein amerikanischer Sachbuchautor die Sammlung auswerten, der seine Forschungsarbeit über die letzte Reise der „Bremen“ eigentlich bereits abgeschlossen hatte, als er von der Neuerwerbung des DSM erfuhr. Ein erster Blick in eine Vorablieferung einiger Bilder machte ihm klar, dass er auf das Studium der Bildquellen für sein Buch nicht verzichten kann, da sie eine Reihe neuer Erkenntnisse zu Tage fördern: So schnell können neue Sammlungen in die Forschung einfließen!
 

Achtung, Redaktionen!

Zur Übergabe des fotografischen Nachlasses von Hanns Tschira durch die Familie Tschira an das Deutsche Schiffahrtsmuseum

am Mittwoch, dem 29. Oktober 2003, um 12.00 Uhr
im Besprechungszimmer (Anbau) des Deutschen Schiffahrtsmuseums,
Hans-Scharoun-Platz 1, Bremerhaven,

sind die Medien sehr herzlich mit der Bitte um Berichterstattung im redaktionellen Teil eingeladen. Nähere Auskünfte erteilt der Leiter des Archivs des DSM, Klaus-Peter Kiedel, unter Tel. 0471/48207-64 oder Email: kiedel@dsm.de.

Für Bildmaterial zu dieser Pressemitteilung folgen Sie bitte diesem Link.
 

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